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Tantramassage lernen – was es wirklich bedeutet, einen Menschen bewusst zu berühren

  • Autorenbild: Sandra Sauter
    Sandra Sauter
  • 17. Dez. 2025
  • 12 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Dez. 2025

Tantramassage lernen

Du interessierst dich dafür, Tantramassage zu lernen und fragst dich, worauf es dabei wirklich ankommt. Vielleicht, weil du Berührung vertiefen möchtest oder merkst, dass Nähe sich manchmal richtig anfühlt und manchmal erstaunlich kompliziert. Oder weil du spürst, dass gute Absichten allein nicht automatisch zu echter Präsenz führen.


Viele Menschen kommen mit genau diesen Fragen zu mir. Nicht mit dem Wunsch nach einer Ausbildung oder einem Zertifikat, sondern mit dem Bedürfnis, Berührung bewusster zu erleben – im eigenen Körper und im Kontakt mit einem anderen Menschen. Oft geht es dabei um Unsicherheit, um Leistungsdruck beim Geben, um die Angst, etwas falsch zu machen, und gleichzeitig um die Sehnsucht nach mehr Echtheit und Verbindung.


Tantramassage wird in diesem Zusammenhang schnell als Technik verstanden oder als besonderes Ritual, das man „können“ muss. Meine Erfahrung ist eine andere. Wirklich lernen beginnt dort, wo wir aufhören, Berührung zu machen, und anfangen, sie zu spüren. Wo wir bemerken, was im eigenen Körper passiert, während wir jemanden berühren, und wie sehr genau das die Qualität von Nähe beeinflusst.


In diesem Artikel geht es deshalb nicht um Abläufe oder richtige Griffe. Es geht um das, was zwischen zwei Menschen entsteht, wenn Berührung langsamer wird, ehrlicher, aufmerksamer. Und darum, wann Tantramassage lernen sinnvoll ist – und wann sie eher überfordert.


Inhaltsverzeichnis



Warum viele Menschen Tantramassage lernen möchten


Wer nach Tantramassage lernen sucht, hat oft keinen klaren Plan. Es geht selten um Zertifikate oder einen beruflichen Weg, sondern viel öfter um eine leise Unzufriedenheit mit dem, wie Berührung im eigenen Leben gerade stattfindet. Nähe fühlt sich manchmal routiniert an, manchmal vorsichtig, manchmal auch unsicher oder anstrengend, und irgendwo dazwischen taucht der Wunsch auf, Berührung bewusster zu erleben – langsamer, echter, verbundener.


Was dann in den Suchergebnissen erscheint, trifft diese Sehnsucht nur teilweise. Entweder landet man bei Ausbildungsinstituten mit Curricula, Modulen und beruflichen Perspektiven. Oder bei Anleitungen, die erklären, wie eine Tantramassage aufgebaut ist, welche Griffe folgen sollen und wie sich eine stimmige Atmosphäre herstellen lässt. Beides kann sinnvoll sein, und trotzdem bleibt bei vielen das Gefühl, dass etwas Wesentliches fehlt.


Denn häufig geht es gar nicht darum, wie Tantramassage funktioniert. Es geht darum, was beim Berühren passiert. Im eigenen Körper. Im Kontakt mit einem anderen Menschen. In den Momenten, in denen Unsicherheit auftaucht, Erwartungen spürbar werden oder Nähe plötzlich mehr auslöst, als man gedacht hätte.


Viele Menschen, die Tantramassage lernen möchten, suchen keinen perfekten Ablauf, sondern Orientierung im Dazwischen. Sie möchten verstehen, warum Berührung manchmal tief verbindet und sich ein anderes Mal leer oder überfordernd anfühlt, warum Geben Kraft schenken kann oder plötzlich anstrengend wird, und warum gute Absichten allein noch keine Präsenz entstehen lassen.


Oft beginnt das eigentliche Lernen genau in dem Moment, in dem Menschen aufhören, etwas anwenden zu wollen, und stattdessen wahrnehmen, was im Kontakt mit ihnen selbst passiert. Nicht als Technik, sondern als unmittelbare Erfahrung. Und weniger als etwas, das man beherrscht, sondern als etwas, das man Schritt für Schritt spürt.


Tantramassage ist kein Ablauf, sondern ein Kontaktfeld zwischen zwei Menschen


Bevor es ums Tantramassage lernen geht, hilft es, ein klares Bild davon zu haben, was Tantramassage überhaupt ist – und was nicht. Das habe ich hier ausführlich beschrieben.


Viele Vorstellungen von Tantramassage sind stark von Bildern geprägt: Abfolgen, bestimmte Berührungen, ein Anfang und ein Ende, das sich möglichst stimmig anfühlt. Wer Tantramassage lernen möchte, denkt deshalb oft zuerst an Technik, auch wenn innerlich etwas ganz anderes ruft. Diese Idee, es richtig machen zu wollen, schleicht sich fast automatisch ein, besonders dann, wenn Berührung etwas Bedeutungsvolles ist und man dem anderen etwas Gutes tun möchte.


Die eigentliche Qualität von Tantramassage entsteht jedoch weniger durch einen perfekten Ablauf als durch das, was im Kontakt geschieht. Zwischen zwei Körpern. Zwischen Aufmerksamkeit und Reaktion. Zwischen dem, was gerade da ist, und dem, was vielleicht gerne da wäre. In diesem Sinn ist Tantramassage kein festes Ritual, sondern ein lebendiges Kontaktfeld, das sich von Moment zu Moment verändert.


Beim Tantramassage lernen reagiert auch dein eigener Körper


Wer beginnt zu lernen, merkt oft schnell, wie sehr der eigene Körper dabei beteiligt ist. Gedanken tauchen auf, Unsicherheit meldet sich, manchmal auch der Wunsch, besonders gut zu sein. Und parallel reagiert der Körper des Gegenübers: er öffnet sich, bleibt neutral, wird unruhig oder zieht sich zurück, manchmal ganz deutlich, manchmal so leise, dass man es nur spürt, wenn man wirklich da ist.


Wenn Tantramassage als Kontaktfeld verstanden wird, verändert sich die Perspektive: Berührung wird zu einem Dialog, der nicht gesprochen werden muss. Man beginnt weniger auszuführen und mehr zuzuhören, und plötzlich wird spürbar, dass Tiefe nicht aus „mehr“ entsteht, sondern aus Präsenz.


Tantramassage lernen heißt, den eigenen Körper beim Geben zu regulieren


Wer an Tantramassage lernen denkt, richtet den Blick oft auf den empfangenden Körper. Was dabei leicht übersehen wird, ist der Körper der gebenden Person. Dabei ist er die Basis für alles, was im Kontakt geschieht.


Beim Geben passiert oft mehr, als man erwartet. Die Aufmerksamkeit bleibt weit, die Hände sind in Bewegung, während innerlich Gedanken kreisen: Bin ich präsent genug? Ist das angenehm? Sollte ich langsamer sein?


Gerade Menschen, die sehr feinfühlig sind oder wirklich etwas Gutes geben wollen, rutschen hier schnell in einen inneren Leistungsmodus, ohne es sofort zu merken. Tantramassage ist eingebettet in eine Haltung von tantrischer Sexualität, in der Präsenz wichtiger ist als Technik.


Warum es als gebende Person wichtig ist, sich selbst zu spüren


Tantramassage lernen bedeutet deshalb auch, den eigenen Körper beim Geben ernst zu nehmen. Zu spüren, wann der Atem flacher wird, wann die Schultern härter werden oder die Hände anfangen, mechanisch zu arbeiten. Diese Momente sind wertvoll, weil sie zeigen, dass etwas reguliert werden möchte, bevor Berührung wieder frei und lebendig werden kann.


Viele erleben genau an dieser Stelle eine Irritation. Sie wollten absichtslos sein und merken plötzlich, wie aktiv ihr Nervensystem beteiligt ist. Aufmerksamkeit hält an, der Körper bleibt wach, innerlich entsteht Bewegung. Und genau hier öffnet sich der eigentliche Lernraum.


Wenn Berührung nicht automatisch weiterläuft, sondern innehalten darf. Wenn das Tempo langsamer wird und Pausen entstehen, weil der eigene Körper wieder wahrnehmbar werden möchte. In solchen Momenten verschiebt sich die Qualität spürbar und die Berührung fühlt sich weniger nach Tun an und mehr nach gemeinsamem Dasein.


Absichtslos berühren – warum das so viel schwieriger ist, als es klingt


Absichtslosigkeit ist ein Wort, das im Zusammenhang mit Tantramassage lernen häufig fällt und gleichzeitig am wenigsten erklärt wird. Viele verstehen darunter, nichts erreichen zu wollen und einfach nur da zu sein. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell, wie anspruchsvoll genau das ist, besonders dann, wenn Nähe wichtig ist und Berührung etwas bedeuten soll.


Sobald wir einen Menschen berühren, kommen innere Bewegungen in Gang. Der Wunsch, es gut zu machen. Die Hoffnung, dass es dem anderen gefällt. Die leise Sorge, zu wenig zu geben. Diese Impulse sind zutiefst menschlich, weil sie aus Beziehung entstehen. Absichtslosigkeit bedeutet nicht, dass sie verschwinden, sondern dass sie wahrgenommen werden können, ohne dass sie den Kontakt steuern müssen. Gerade weil Tantramassage oft mit erotischer Massage verwechselt wird, ist eine klare Unterscheidung wichtig. Im Artikel Tantramassage versus Erotikmassage erfährst du mehr darüber.


Erlaube dir, neugierig zu bleiben


Für mich entsteht Absichtslosigkeit oft dort, wo ich mir innerlich erlaube, einem Körper so zu begegnen, als hätte ich ihn noch nie zuvor berührt. Mit einer neugierigen, forschenden Aufmerksamkeit, die nichts voraussetzt. Wie fühlt sich die Haut unter meinen Händen an, eher warm oder kühl, weich oder gespannt, glatt oder lebendig in ihrer eigenen Textur. In diesem Wahrnehmen verändert sich Berührung ganz von selbst. Sie wird weniger zielgerichtet und zugleich präsenter.


Absichtslosigkeit wächst auf diese Weise durch Erfahrung. Durch das Erleben, dass Verbindung nicht abbricht, wenn Tempo herausgenommen wird, und dass Berührung oft tiefer wird, wenn sie nicht automatisch weitergeführt wird. Dieser Prozess braucht Zeit und verläuft selten geradlinig. Es gibt Momente von Weite und andere, in denen Kontrolle wieder stärker wird, weil der Körper sich schützen möchte.


Gerade in der Begegnung als Paar kann daraus eine neue Qualität entstehen. Beide merken, dass Kontakt nicht aus Leistung entsteht, sondern aus dem gemeinsamen Dableiben im Moment. Nähe wird dann nicht gemacht, sondern entdeckt.


Lernen heißt regulieren: Wie Präsenz im eigenen Nervensystem entsteht


Viele Menschen, die Tantramassage lernen möchten, suchen zunächst Sicherheit über Technik. Sie hoffen, dass ein klarer Ablauf, bestimmte Griffe oder eine richtige Reihenfolge ihnen Halt geben. In der gelebten Praxis zeigt sich jedoch etwas anderes. Sicherheit entsteht weniger durch Wissen als durch Regulation. Durch die Fähigkeit, den eigenen Körper während des Gebens immer wieder zu spüren und zu beruhigen.


Wenn der gebende Körper langsamer wird, verändert sich die Qualität der Berührung ganz von selbst. Die Hände werden klarer, weniger suchend. Der Druck wird stimmiger. Der Kontakt wirkt verlässlicher, ohne fest zu sein. Man merkt früher, wann etwas passt, und ebenso deutlich, wann ein Schritt zu viel wäre. Nicht, weil man es gelernt hat, sondern weil der Körper es meldet.


Warum es wichtig ist, sich selbst wahrzunehmen


Regulation ist dabei nichts Kompliziertes und nichts, das zusätzlich getan werden müsste. Oft beginnt sie mit sehr schlichten Bewegungen nach innen. Ein Atemzug, der tiefer sinkt, statt oben hängen zu bleiben. Ein kurzes Spüren des eigenen Beckens oder der Füße auf dem Boden. Ein Moment, in dem die Hände einfach liegen dürfen, ohne etwas auslösen zu wollen. Manchmal auch ein bewusstes Innehalten oder ein Positionswechsel, weil der eigene Körper signalisiert, dass er gerade etwas anderes braucht.


Diese kleinen Anpassungen wirken oft stärker als jede ausgefeilte Technik, weil sie dem Nervensystem eine klare Botschaft senden. Wir haben Zeit. Es gibt keinen Plan, den wir erfüllen müssen. Berührung darf sich entwickeln oder auch stehen bleiben. In diesem inneren Entspannen entsteht Präsenz nicht als Leistung, sondern als Zustand, der sich einstellen darf. Hier erfährst du mehr darüber, woran du eine seriöse Tantramassage erkennst.


Sei beim Tantramassage lernen geduldig mit dir


Tantramassage lernen heißt in diesem Sinn, sich selbst beim Geben immer wieder zu regulieren, statt über sich hinwegzugehen. Zu bemerken, wann der eigene Körper wachsam wird, wann er sich anspannt oder in einen inneren Modus von Funktionieren rutscht, und genau dort freundlich gegenzusteuern. Nicht mit Disziplin, sondern mit Aufmerksamkeit.


Wenn Lernen so verstanden wird, verliert Präsenz ihren idealisierten Charakter. Sie muss nicht dauerhaft gehalten werden. Sie darf kommen und gehen. Entscheidend ist nicht, ob man präsent bleibt, sondern ob man bemerkt, wenn man es nicht mehr ist, und den Weg zurück in den eigenen Körper findet. Genau darin liegt eine Form von Sicherheit, die keine Technik ersetzen kann.


Tantramassage lernen als Paar: Nähe vertiefen ohne Leistungsdruck


Viele Paare, die nach Tantramassage lernen suchen, haben kein Interesse an einer Ausbildung und auch keinen Wunsch, etwas zu perfektionieren. Was sie bewegt, ist oft etwas sehr Alltägliches und gleichzeitig sehr Intimes. Sie möchten sich wieder näherkommen, Berührung bewusster erleben und einen Raum finden, in dem Nähe nicht sofort in Erwartungen, Technik oder ungesagten Ansprüchen kippt. Und genau im Paarsein zeigt sich besonders deutlich, wie anders Tantramassage wirkt, wenn sie nicht als Methode verstanden wird, sondern als Beziehungsgeschehen.


Sobald zwei Menschen sich kennen, lieben, streiten, hoffen und sich manchmal auch voreinander schützen, ist Berührung nie neutral. Jede Geste steht in Beziehung zu dem, was zwischen ihnen lebt. Zu gemeinsamen Geschichten, zu Verletzungen, zu Sehnsucht, zu dem, was leicht ist, und zu dem, was mühsam geworden ist. Tantramassage lernen bedeutet im Paarraum deshalb oft weniger, etwas Neues zu tun, als etwas Bekanntes langsamer und aufmerksamer zu erleben. Wenn ihr Tantramassage als Paar lernt, berührt ihr nicht nur den Körper, sondern auch eure Beziehungsdynamik.


Wenn Berührung vom Tun ins Wahrnehmen kippt


Viele Paare machen dabei die Erfahrung, dass sich der Fokus verschiebt. Weg vom Tun, hin zum Wahrnehmen. Wie verändert sich der Atem meines Gegenübers, wenn ich langsamer werde? Wie fühlt sich seine Haut heute an, warm oder kühl, gespannt oder weich? Was passiert in mir, wenn ich merke, dass ich gerade mehr gebe, als ich eigentlich zur Verfügung habe? Wo ziehe ich mich innerlich zurück, obwohl meine Hände noch da sind, und wie könnte ich genau diesen Moment ehrlich werden lassen?


Diese Art von Aufmerksamkeit kann zunächst irritieren. Paare sind es oft gewohnt, Nähe über Aktivität herzustellen, über Gespräche, über Sexualität, über gemeinsames Tun. Wenn das Tempo sinkt und nichts mehr erreicht werden soll, wird spürbar, wie unterschiedlich Nähe erlebt wird. Für den einen fühlt sich Langsamkeit sicher an, für die andere eher ungewohnt oder leer. Einer entspannt sich durch Berührung, der andere wird wacher und innerlich unruhig. Und genau hier liegt nicht das Problem, sondern das eigentliche Lernfeld.


Tantramassage lernen als gemeinsamer Erfahrungsraum


Tantramassage lernen im Paarraum heißt nicht, diese Unterschiede aufzulösen oder zu überbrücken. Es bedeutet, sie gemeinsam wahrzunehmen, ohne sie sofort verändern zu müssen. Nähe entsteht dann nicht durch Anpassung, sondern durch Resonanz. Durch das Dableiben bei dem, was gerade da ist, auch wenn es unspektakulär wirkt oder Fragen offenlässt. Viele Paare erleben genau darin eine tiefe Entlastung, weil Beziehung nicht länger funktionieren muss, sondern sich zeigen darf.


Manchmal wird an dieser Stelle auch klar, dass ein Gruppenformat im Moment zu viel wäre und Paare sich einen ruhigeren, persönlicheren Rahmen wünschen, in dem sie ihre eigene Dynamik ohne Vergleich und ohne äußeren Druck erforschen können. In einer 1:1 Begleitung für Paare oder beim gemeinsamen Tantramassage lernen in geschütztem Rahmen kann genau dieser Raum entstehen, in dem Berührung nicht erklärt werden muss, sondern im eigenen Tempo wachsen darf.


Tantramassage wird so nicht zu etwas, das man anwendet, sondern zu einer gemeinsamen Erfahrung, die Beziehung von innen heraus berührt. Nicht, weil etwas Besonderes passiert, sondern weil nichts übergangen wird. Und oft ist genau das der Moment, in dem Nähe wieder spürbar wird, ruhig, ehrlich und tragfähig.


Wenn Berührung nährt – und wenn sie überfordert


Nährend wird Berührung oft dann, wenn sie nichts ausgleichen muss. Wenn sie keinen stillen Auftrag trägt, Nähe herzustellen, Spannung zu lösen oder etwas wieder in Ordnung zu bringen. In solchen Momenten darf der Körper langsamer werden, der Atem findet von selbst mehr Raum, und Kontakt fühlt sich tragend an, auch wenn kaum etwas passiert. Berührung nährt dort, wo sie einfach da sein darf, ohne etwas beweisen zu müssen.


Überforderung zeigt sich meist sehr viel leiser und unscheinbarer. Der Atem wird flacher, Gedanken beginnen zu kreisen, der Körper bleibt innerlich wachsam, obwohl die Berührung eigentlich sanft ist. Manchmal entsteht das Gefühl, noch etwas leisten zu müssen, präsent bleiben zu sollen oder richtig reagieren zu müssen. Berührung fühlt sich dann nicht mehr verbindend an, sondern eher wie eine zusätzliche Aufgabe. Gerade Menschen, die im Alltag viel Verantwortung tragen und gewohnt sind, zu funktionieren, spüren diese feinen Signale oft schnell, weil ihr Nervensystem ohnehin schon auf Spannung eingestellt ist.


Wenn Langsamkeit erst einmal unruhig macht


Wenn äußeres Tempo wegfällt, wird innere Unruhe häufig erst richtig spürbar. Das ist kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft, sondern ein Hinweis darauf, wie sehr der Körper noch im Tun verankert ist. Nähe kann sich dann plötzlich eng anfühlen, selbst wenn sie liebevoll gemeint ist. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob Berührung weiter überfordert oder wieder nährend werden kann.


Was hier hilft, ist keine Disziplin und kein Durchhalten, sondern Orientierung. Wahlfreiheit im Moment. Die Möglichkeit, langsamer zu werden, die Hände ruhen zu lassen oder einen Schritt zurückzutreten, ohne dass etwas verloren geht. Auch Beobachten gehört dazu, ebenso wie Pausen oder das bewusste Verkürzen von Berührung. Sobald der Körper spürt, dass nichts eingefordert wird und jederzeit weniger möglich ist, kann sich Spannung lösen.


Berührung wird wieder nährend, wenn sie kleiner werden darf. Wenn sie nicht mehr etwas erreichen soll, sondern sich an dem orientiert, was im Moment tatsächlich möglich ist. Oft entsteht genau daraus wieder Weite, nicht als großes Erlebnis, sondern als leises Aufatmen im Körper. Und dieses Aufatmen ist häufig der Anfang von echter Nähe.


Wann Tantramassage lernen sinnvoll ist – und wann eher nicht


Tantramassage lernen kann ein sehr stimmiger Schritt sein, wenn er aus einer inneren Offenheit heraus entsteht und nicht aus dem Gefühl, etwas beheben zu müssen. 


Sinnvoll ist es oft dann, wenn folgende Voraussetzungen spürbar da sind:


• Neugier auf das eigene Erleben, nicht nur auf Technik oder Wirkung

• Bereitschaft, langsam zu lernen, ohne sofort wissen zu wollen, wie es „geht“

• Ein gewisses Maß an innerer Stabilität, auch wenn das Leben gerade nicht leicht ist

• Interesse an Beziehung, nicht nur an Berührung

• Die Fähigkeit, Pausen zuzulassen, ohne sie als Rückschritt zu deuten


In diesen Momenten wird Lernen leicht, weil es nicht getragen ist von einem Ziel, sondern von Aufmerksamkeit. Der Körper darf Rückmeldung geben, ohne korrigiert zu werden. Nähe darf sich entwickeln, ohne dass sie eingefordert wird.


Schwieriger wird es dort, wo Tantramassage lernen eine Aufgabe bekommt, die sie kaum erfüllen kann. Zum Beispiel dann, wenn:


• Berührung etwas retten oder reparieren soll

• Lernen vor allem Sicherheit durch Kontrolle verspricht

• Unsicherheit möglichst schnell verschwinden soll

• Nähe wieder funktionieren muss

• Erwartungen stärker sind als Wahrnehmung


In solchen Konstellationen entsteht leicht Druck, auch wenn er nicht ausgesprochen wird. Der Körper reagiert darauf oft mit Anspannung, Rückzug oder innerer Wachsamkeit. Berührung fühlt sich dann schnell fordernd an, obwohl sie eigentlich Verbindung bringen sollte.


Das bedeutet nicht, dass jemand „noch nicht so weit“ ist oder erst etwas aufarbeiten müsste. Es bedeutet lediglich, dass Tantramassage lernen am besten dort klappt, wo Zeit da ist, wo Orientierung möglich bleibt und wo dem Körper geglaubt wird, auch wenn er zögert. Lernen geschieht dann nicht durch Überwindung, sondern durch ein feines Ernstnehmen dessen, was gerade da ist.


Wenn diese Haltung mitgeht, wird Tantramassage lernen nicht zu einem weiteren Projekt, sondern zu einem Erfahrungsraum, der sich dem eigenen Tempo anpasst. Und genau darin liegt für viele Menschen der Unterschied zwischen einem guten Vorsatz und einer Berührung, die wirklich nährt.


Fazit: Tantramassage lernen als besonderes Ritual für echte Verbindung


Tantramassage lernen bedeutet nicht, Berührung zu perfektionieren, sondern ihr eine andere Qualität zu geben. Für viele Paare wird sie gerade deshalb zu einem besonderen Ritual, weil sie sich bewusst vom Alltag abhebt. Sie öffnet einen sicheren Raum, in dem Nähe wieder spürbar wird.


Wenn Berührung langsamer, präsenter und feiner wird, verändert sich oft etwas Grundlegendes. Hände hören auf, etwas zu wollen, und beginnen zu lauschen. Der Körper reagiert nicht mehr automatisch, sondern ehrlich. Dadurch entsteht eine Form von Intimität, die viele Paare im Alltag vermissen, selbst wenn Liebe und Lust grundsätzlich da sind. Nähe wird nicht gemacht, sie geschieht.


Tantramassage lernen und eine neue Sprache der Berührung erfahren


Der größte Gewinn beim Tantramassage lernen liegt für viele Paare genau hier. In einer Berührungsqualität, die tiefer geht als Technik und zugleich konkreter ist als Worte. Wenn Berührung nicht mehr funktional ist, sondern wirklich meint. Wenn sich beide sicher genug fühlen, um langsamer zu werden, Pausen zuzulassen und sich gegenseitig wahrzunehmen, ohne etwas erreichen zu müssen.


So wird Tantramassage zu einem Ritual, das Verbindung stärkt, ohne Druck aufzubauen. Sie schafft einen Raum, in dem Intimität wachsen darf, weil sie genährt wird durch Präsenz, Klarheit und gegenseitigen Respekt. Nicht als Dauerzustand, sondern als bewusste Erfahrung, die etwas im Miteinander verschiebt und oft weit über den Moment hinaus wirkt.


Tantramassage lernen kann Paaren genau das ermöglichen: eine neue Sprache der Berührung, die Nähe vertieft und Beziehung spürbar lebendiger macht. Nicht, weil alles leicht ist, sondern weil Berührung wieder ehrlich wird.

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